Mikis Theodorakis

Von Wassili Aswestopoulos
Bewertet mit 5.00 von 5, basierend auf 2 Kundenbewertungen
(2 Rezensionen)

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Theodorakis provoziert mit Gegensätzen, um zu einen. Und er erzählt darüber mit Worten, Musik und Taten.

Mikis Theodorakis
Artikelnummer: 000003 Kategorie:

Beschreibung

Komponist. Friedensstifter. Volksheld.

Ohne Brille liest der 92-jährige Mikis Theodorakis auf einem Tablet Nachrichten, kommentiert sie, erzählt Analogien zu gelebter Geschichte.

Theodorakis war Partisan, Verbannter, er überlebte brutale Folter und Weggefährten wie Fidel Castro und Mosche Dajan. In seinem Wohnhaus herrscht reger Besucherverkehr. Politiker, Musiker, Freunde und Journalisten holen sich Rat bei Griechenlands lebender Legende. Von ihren einstigen Herrchen ausgesetzte Hunde finden hier ihre Herberge. »Die sind wie ich, alt und gebrechlich«, sagt der mit seinem Tod Kokettierende.

Dennoch schmiedet er Pläne. Im Sommer steht eine Konzertreise nach Deutschland an. »In Deutschland Geborene haben Glück! Sie wachsen in einem Land auf, in dem es weniger Missgunst gibt«, philosophiert er und erzählt von seinem Traum, die ewig zerstrittenen Griechen endlich einig zu erleben.
Seine Musik hat vieles und viele vereint. Die Bouzouki, das lange verbotene Instrument der Griechen Kleinasiens kombinierte er mit dem von ihm erfundenen Tanz, dem Sirtaki. Theodorakis Vertonung der Mauthausen-Kantate des KZ-Überlebenden Jakovos Kambanellis ist ein Fanal für die Liebe der Opfer einer der schwärzesten Perioden der Menschheit. Theodorakis provoziert mit Gegensätzen, um zu einen. Und er erzählt darüber mit Worten, Musik und Taten.

Zusätzliche Information

Gewicht 0.2 kg
ISBN

978-3-907126-02-8

Format

19 x 12 cm, ca. 160 Seiten, Broschur

2 Bewertungen für Mikis Theodorakis

  1. Bewertet mit 5 von 5

    jozi/Aachener Zeitung

    Das erste Mal sah er ihn, als er noch ein kleiner Junge war. Anfang der 70er Jahre, als in Griechenland die Militärs herrschten, kam der Komponist und Dirigent mehrfach aus seinem Pariser Exil zu Konzerten nach Aachen. Die Stadt mit ihrer Hochschule und der großen griechischen Gemeinde war eines der europäischen Widerstandszentren gegen das Obristen-regime in Athen. Hier stellte der Komponist auch erstmals seine „Kleinen Lieder der bitteren Heimat“ öffentlich vor. Damals erlebte der Junge einen groß gewachsenen Hünen, den die erwachsenen um ihn herum regelrecht anhimmelten und den alle nur Mikis nannten – so, als handele es sich bei ihm um einen guten, alten, lang vertrauten Freund. Der kleine Junge von damals lebt heute als Journalist in der nähe von Athen. Und er hat endlich das gemacht, was er immer schon einmal tun wollte, nämlich ein Buch geschrieben über diesen Mikis, über Mikis Theodorakis, den vielleicht berühmtesten und populärsten lebenden Griechen. Jetzt ist es erschienen – kurz vor dem 93. Geburtstag des Maestro. das Buch des deutsch-griechischen Journalisten Wassilis Aswestopoulos ist keine klassische Biografie. Das wäre auch eine Mammut-Aufgabe gewesen. Denn Theodorakis ist ja nicht nur der Komponist, der den Sirtaki erfand, der durch seine Filmmusiken zu „Alexis Sorbas“ und zum Polit-Thriller „Z“ weltbekannt wurde, der Stücke von Pablo Neruda, Gedichte von Federico Garcia Lorca und Werke des griechischen Literaturnobelpreisträgers Odysseas Eelytis vertont hat, der 1974 nach dem Sturz der Militärdiktatur im Athener Karaiskakis-Stadion das vielleicht aufregendste und aufwühlendste Konzert der jüngeren griechischen Geschichte gegeben hat. Nein, Theodorakis war und ist viel mehr: nämlich ein hochpolitischer Mensch. Schon als Jugendlicher kämpfte er im Untergrund gegen die Nazi-Besatzer. Während des griechischen Bürgerkriegs stellte er sich auf die Seite der politischen linken. Lange Zeit war er Mitglied der kommunistischen Partei. Er wurde dafür in Gefangenenlager gesteckt und immer wieder schwer gefoltert. Gleiches passierte ihm in den 60er Jahren, nach dem von den USA unterstützten Militärputsch in Griechenland. All das hat Theodorakis nie gebrochen. Auch nach seiner Rückkehr aus dem Exil engagierte sich der Musiker politisch – zeitweise sogar als Minister in einer von den griechischen Konservativen geführten Regierung. Zuletzt trat der Mann, der für viele seiner Landsleute ein Volksheld und die griechische Stimme der Freiheit und des Friedens ist, als vehementer Kritiker der seinem Land von der Troika aufgezwungenen Kürzungs- und Sparpolitik in Erscheinung. Aswestopoulos hat Theodorakis, der bis heute unter den Folgen der Folter leidet und inzwischen im Rollstuhl sitzt, während der vergangenen Jahre mehrfach zu längeren Gesprächen getroffen. Der Journalist ließ den Komponisten dabei einfach reden, über seine Vergangenheit, über Politik, aber auch über ganz banale dinge des Alltags. Das Resultat ist ein Buch, das schlaglichtartig einige Stationen der bewegten Vita von Theodorakis erhellt und Einblicke in sein Seelenleben gibt. Gleichzeitig verknüpft Sewastopols die Lebensgeschichte dieser komplexen Persönlichkeit mit kurzen Ausführungen zur griechischen Geschichte und zur griechischen Volksmusik. Aswestopoulos macht das mit journalistischer Distanz zum Objekt seiner Beschreibung. Doch kann und will er nicht verhehlen, dass er Theodorakis bewundert – wie damals als kleiner.
    Junge in Aachen. (jozi)

  2. Bewertet mit 5 von 5

    Bettina Prior-Kamer/EKZ

    In Griechenland wird Mikis Theodorakis als Volksheld verehrt. Weltweit bekannt ist er als Komponist von Filmmusiken („Alexis Sorbas“), durch Vertonungen von Texten Nerudas („Canto General“), als Dissident und Folteropfer der griechischen Militärdiktatur, als Friedensaktivist und Politiker. Der Film des Chronisten A. Kutulas („Dance Fight Love Die“), der ihn seit 1987 mit seiner Kamera begleitete, läuft seit Mai in den deutschen Kinos. Trotz seiner inzwischen 92 Jahre ist Theodorakis immer noch aktiv, seine Tätigkeit als Komponist und Dichter ist von seiner politischen Arbeit nicht zu trennen. Einen Einblick in das Leben und die unbeugsame Persönlichkeit versucht der Autor in dem schmalen Band. Er stützt sich dabei auf Gespräche mit ihm, frühere Interviews und Bücher, auf Theodorakis‘ schriftstellerisches und kompositorisches Werk, eigene Erlebnisse und auf den Wissensschatz von A. Kutulas, von dem die bisher umfangreichste Bildbiografie mit DVD und
    2 CDs stammt („Mikis Theodorakis“, BA 10/10, noch lieferbar). Wer sich dieses Standardwerk nicht leisten kann, mag hier gerne zugreifen. (2)
    Bettina Prior-Kamer

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