Jürgen von der Lippe

Von Oliver Domzalski
Bewertet mit 5.00 von 5, basierend auf 3 Kundenbewertungen
(3 Rezensionen)

10.00 inkl. MwSt.

Fachliteratur, also Humor. Stapel mit Zeitungsausrissen. Da muss er nur eine halbe Stunde drin blättern, schon sind die neuesten Kurz-geschichten im Kopf entworfen.

Jürgen von der Lippe
Artikelnummer: 000002 Kategorie:

Beschreibung

Komiker. Klugscheißer. Koch.

Ob er die Hawaii-Hemden auch daheim trägt? »Trägt ein Metzger seine blutige Schürze zu Hause?« Also: Nein, die markante Berufskleidung bleibt im Schrank während unseres Gesprächs.
Der erste Eindruck vom Wohnzimmer: Bücher! Regale über Regale. Klassiker, moderne Belletristik, Politik, Philosophie … und er kann zu jedem Buch etwas sagen. 90 Prozent davon habe er gelesen, schätzt er. Dass er immer erst abends zum Arbeiten verabredet ist, mit dem Publikum seiner etwa 150 Bühnenauftritte und Lesungen im Jahr, hat den Vorteil, dass er tagsüber lesen kann. Und schreiben. Und sich fit halten in seinem eigenen Fitnessraum. Dort steht übrigens auch der Fernseher.
Wenn er Ideen braucht, geht er in sein Arbeitszimmer. Darin: Weitere Regale. Fachliteratur, also Humor. Stapel mit Zeitungsausrissen.

Da muss er nur eine halbe Stunde drin blättern, schon sind die neuesten Kurzgeschichten im Kopf entworfen.

In unserem Gespräch spricht er sehr bewegend von seinen Eltern und ihrem Sterben. Sehr bildhaft von den wilden und anarchischen Siebzigern in Berlin. Sehr überzeugend von der berauschenden Erfahrung, auf der Bühne zu stehen. Und sehr gebildet und unterhaltsam über Ernährung, Medizin, Botanik und all die anderen Themen, über die er sich enormes Wissen angelesen hat. Und es gibt – Überraschung – viel zu lachen.

Zusätzliche Information

Gewicht 0.2 kg
ISBN

978-3-907126-04-2

Format

19 x 12 cm, ca. 160 Seiten, Broschur

3 Bewertungen für Jürgen von der Lippe

  1. Bewertet mit 5 von 5

    bmü/Aachener Zeitung

    Zum 70. Geburtstag anfang Juni schenkte die ard Jürgen von der lippe eine dreistündige Gala. Da durften auch die u9-Kinder von alemannia auftreten, der Geehrte sollte zu einemFanbekenntnis nötigt werden. Er wand sich. Von der lippe – in aachen aufgewachsen – hatte mit der alemannia nur am rande zu tun, wie in dieser Biografie nachzulesen ist. Die Familie wohnte in der normannenstraße, und wenn es gegenüber auf dem tivoli laut wurde, zeigte schon der Zweijährige entertainerqualitäten: „Jetzt haben die alemannen wieder ein tor geschissen.“ Habe er immer gesagt,
    so die Mutter. Der Vater arbeitete als Barkeeper im berühmten Cortis-nachtclub, wo sich auch, lesen wir, so mancher Pfarrer und lehrer an blanken Busen sattsehen kam. Klein-Jürgen ging in der
    Beeckstraße zur Volksschule, die erstkommunion gab es beim späteren Weihbischof Joseph Buchkremer. Als Zweitklässler schrieb er erste Gedichte.
    er erinnert sich an den wunderbaren deutschlehrer emonds im Kaiser-Karls-Gymnasiumund an den
    Klassenkameraden Wendelin Haverkamp. Mit ihmheckte er später das Konzept für den tV-Hit „Geld oder liebe“ aus. Das Buch lässt von der lippes leben – frisch erzählt – gut nachvollziehen,
    die Jugend vorneweg. „aachener roulette“ habe das Spiel zu Karneval geheißen, wie man der „nächsten Juja einen Kuss auf die nuss geben konnte“. Mädchen-Geschichten sind wichtig. Auf dem schwer katholischen KKG setzte er durch, dass man auch tanzpartnerinnen von der evangelischen Viktoriaschule haben durfte, sonst drohe „sittlich-geistliche Verkommenheit“.
    „entjungfert worden“ sei er mit 20 von einer geschiedenen nachbarin,
    die ihn mit einemtrick in ihr Bettchen lockte. Gut so, sagt der spätere Meister
    guter und schlechter Zoten: „es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn ich das erste Mal mit einemgenauso unerfahrenen Mädchen rumgestochert hätte.“ Bald danach führte sein Weg nach Berlin und vor die Kameras. In einer Stichwortbefragung macht sich von der lippe sympathisch. Lieblingsfarbe? Alle Hautfarben. Lieblingsvogel? Pekingente. Wichtigste militärische leistung? Befehlsverweigerung. Lieblingsgestalt der Geschichte? Hofnarren. Größtes unglück? Wenn ich
    niemanden mehr zumlachen bringe.
    (bmü)

  2. Bewertet mit 5 von 5

    Anja Weigerding/EKZ

    Der kurz & bündig Verlag publiziert eine neue Porträtreihe, mit der er bekannte, zeitgenössische Personen vorstellt. Es soll der Mensch im Mittelpunkt stehen, nicht der Prominente. Das gelingt dem Autor Oliver Domzalski ganz wunderbar mit der leicht zu lesenden Biografie des „Multitalents“ Jürgen von der Lippe. Von der Lippe ist der Gebildete, der Philosoph unter den Comedians. Er ist nicht nur mehrfach ausgezeichneter Komiker, sondern auch Sänger, Bestseller-Autor und erfolgreicher TV-Moderator. Domzalski ist von der Lippe seit Jahren freundschaftlich verbunden, die Nähe macht die Biografie äußerst glaubwürdig. Zahlreiche Zitate des Porträtierten unterstützen die Aussagen zum privaten und beruflichen Werdegang. Dabei erscheint er sehr sympathisch: belesen, klug und interessiert an den Menschen und der Welt, auch schon mal nachdenklich oder melancholisch, aber immer authentisch. Man lernt den lustigen, zotigen von der Lippe durchaus noch von einer anderen neuen Seite kennen. Im Anhang ein Fragebogen der FAZ. Sechs Schwarz-Weiß-Fotos zeigen einen privaten von der Lippe beim Fotoshooting für das Buch.
    Anja Weigerding

  3. Bewertet mit 5 von 5

    Lars Backhaus/GALORE

    „kurz & bündig“, aber bitte doch lang genug, um Persönlichkeiten richtig nahezukommen. Das verspricht diese neue Reihe des schweizer Verlags und wer wäre ein besserer
    Kandidat für einen gelungenen Start als Jürgen von der Lippe? Das Urgestein der deutschen (TV-)Komik hält nicht mit witzigen Sprüchen und persönlichen Einblicken in sein Leben zurück. Eigens für „SchnellLeser“ konzipiert, ist das Portrait von Oliver Domzalski kurzweilig und unterhaltsam, genau wie von der Lippe selbst. Oberflächlich bleibt es aber nicht: es geht um von der Lippes Eltern, die besondere Atmosphäre bei Bühnenauftritten und seine Liebe zu Büchern. Domzalski erfasst von der Lippes Persönlichkeit über sieben Jahrzehnte hinweg: Ein schöner Anlass für das Portrait ist auch dessen 70. Geburtstag im Juni diesen Jahres. Spannend ist die Momentaufnahme aus dem Leben des Hawaiihemdenträgers wohl besonders für diejenigen, die seit
    vielen Jahren seine Karriere verfolgen und hier sicher noch einiges über den Spaßvogel erfahren können.
    Lars Backhaus

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